Format zuerst – und dann dabei bleiben
Bevor du auf den Aufnahme-Knopf drückst, musst du eine Grundsatzentscheidung treffen: Quer oder Hochformat?
Querformat (16:9) eignet sich für YouTube und längere Videos, die wirklich in die Tiefe gehen – Interviews, Tutorials, Dokumentationen, Unternehmensvideos.
Hochformat (9:16) ist das Format für Instagram Reels, Stories, TikTok und YouTube Shorts – kurze, knackige Inhalte, die mobil konsumiert werden.
Der entscheidende Punkt: Mische beim Filmen niemals beide Formate in einem Dreh. Entweder quer oder hoch – konsequent.
Warum? Weil du sonst nur schlechte Kompromisse hast: Entweder entstehen schwarze Balken (die keine Plattform mag), oder du musst tief ins Bild einzoomen – und verlierst dabei sichtbar an Auflösung und Bildqualität.
Welche Auflösung soll ich beim Filmen verwenden?
Warum 4K auch für Instagram sinnvoll ist
Der Standard heute ist 4K – und zwar nicht nur für YouTube, sondern auch dann, wenn das fertige Video am Ende in HD ausgespielt wird.
Warum? Weil 4K dir Spielraum gibt, den du in der Postproduktion brauchst.
Ein konkretes Beispiel: Du filmst zwei Personen im Hochformat in 4K. In der Montage kannst du daraus zwei eigenständige Kameraperspektiven schneiden – eine auf Person A, eine auf Person B. Das funktioniert, weil du genug Bildreserve hast, um ins Bild einzuzoomen ohne Qualitätsverlust. Ideal für kurze Podcast-Style Videos im Shortform-Format.
Instagram selbst komprimiert das Video ohnehin auf HD herunter – aber du behältst die Flexibilität beim Schneiden.
Mit welcher Bildrate soll ich filmen?
Welche Framrate-Einstellung passt zu welchem Inhalt?
Meine Empfehlung für die meisten Social-Media-Produktionen: 30 fps.
30 Bilder pro Sekunde treffen die Wiederholrate moderner Displays am besten. Das Ergebnis sieht weder zu flüssig (wie Seifenoper) noch zu abgehackt aus – genau richtig für gesprochene Inhalte, Interviews und Talking-Head-Videos.
Für andere Einsatzzwecke gibt es bessere Optionen:
- 60 fps → Sport, schnelle Bewegungen, Action
- 25 fps oder 24 fps → Cinematisches Aussehen, Spielfilm-Ästhetik
Flackerndes Bild?
Das steckt dahinter
Ein häufiges Problem beim Filmen mit dem Smartphone unter Kunstlicht: Das Bild flackert – besonders im automatischen Modus.
Was passiert da? Das Smartphone reguliert im Auto-Modus die Belichtung über den Shutter. Bei viel Licht setzt es automatisch einen hohen Shutter-Wert, zum Beispiel 1/200 – und genau das lässt Kunstlicht flackern, weil die Frequenz des Lichts nicht zur Verschlusszeit passt.
Die Lösung: Wechsle in den Pro Video Modus deines Smartphones und stelle den Shutter manuell auf 1/50 (in PAL-Regionen wie Österreich und Deutschland).
Ich habe dazu ein Instagram Reel gemacht – hier erkläre ich es Schritt für Schritt:
Das folgende Video zeigt dir, wie du das Flackern deines Smartphones bei Kunstlicht behebst – durch eine einfache Einstellung im Pro-Video-Modus.
Brauche ich ein Mikrofon?
Sound ist die halbe Miete - und wird trotzdem unterschätzt
Es gibt einen Satz in der Videoproduktion, der immer stimmt: Sound is half the picture.
Schlechter Ton zerstört selbst das beste Bild. Und das Paradoxe: Manche externen Mikrofone sind sogar schlechter als das interne Mikrofon deines Smartphones.
Meine klare Empfehlung: Investiere in ein gutes Mikrofon, bevor du in eine bessere Kamera investierst.
Ich setze auf das DJI Mic 2 oder das DJI Mic 3:
- Das DJI Mic 3 ist kompakter und noch handlicher – hat allerdings keinen Eingang für ein separates Lavalier-Mikrofon (Ansteckmikro).
- Das DJI Mic 2 bietet diesen Eingang und ist damit flexibler für komplexere Setups.
Tipp für Gespräche und Interviews: Zeichne die zwei Sprecher auf getrennten Audio-Kanälen auf – Person A links, Person B rechts. Das macht die Postproduktion deutlich einfacher und gibt dir bei der Audiobearbeitung mehr Kontrolle.
Filmst du draußen? Dann unbedingt Windschutz auf die Mikrofone – ohne ihn klingen selbst gute Aufnahmen brauchlos.
Brauche ich ein Licht?
Licht: Der unterschätzte Gamechanger
Für die meisten Hochformat Social Media Videos nicht. Für YouTube Talking-Heads oder Video-Podcasts würde ich es aber dringen empfehlen.
Licht verändert die Wirkung eines Videos mehr als jedes andere Element – und wird von den meisten komplett unterschätzt.
Für Außenaufnahmen gilt: Vermeide hartes, direktes Sonnenlicht. Wenn es nicht anders geht, filme gegen die Sonne (Gegenlicht-Situation) und passe die Belichtung manuell an. Das Ergebnis sieht fast immer dramatischer und hochwertiger aus als die verwaschene Alternative bei frontalem Sonnenlicht.
Für Innenaufnahmen mit gesetztem Licht ist mein persönlicher Favorit das Rembrandt Lighting: eine Lichtquelle seitlich-oben, die ein kleines Dreieck aus Licht auf der abgewandten Wange erzeugt. Das gibt dem Gesicht Tiefe und Charakter – ohne aufwendiges Studio-Setup.
Beispiel: Stelle dich vor ein Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung, schaue durch das Fenster hinaus und jetzt drehe dich 30 grad nach links oder rechts. Perfekt!
Was sind Schnittbilder?
B-Roll: Warum du mehr als nur dein Hauptvideo brauchst
Sogenannte B-Roll sind Zusatzaufnahmen, die du über das eigentliche Gespräch oder den Hauptinhalt legst – um das Video abwechslungsreicher, dynamischer und visuell interessanter zu gestalten.
Beispiele für gute B-Roll: Hände beim Schreiben, ein Produkt aus der Nähe, eine Straßenszene, ein Detail aus dem Arbeitsalltag.
Für professionelle B-Roll-Aufnahmen empfehle ich cinematische Kamerabewegungen:
Push-in (Kamera zieht aufs Motiv zu)
Crane-Shot (Kamera fährt nach oben oder unten)
Orbit (Kamera kreist um das Motiv)
Diese Bewegungen wirken sofort professioneller als statische Einstellungen.
Fazit: Was wirklich zählt
Social Media Videos filmen klingt simpel – aber die Summe der richtigen Entscheidungen macht den Unterschied zwischen einem Video, das weiter gescrollt wird, und einem, bei dem man hängen bleibt.
Zusammengefasst:
- Format konsequent wählen und nie mischen
- 4K filmen, auch wenn die Plattform HD ausliefert
- Shutter auf 1/50 stellen, um Flackern zu vermeiden
- Gutes Mikrofon vor guter Kamera
- Rembrandt Lighting für hochwertige Portraits
- B-Roll mit Bewegung – immer
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